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Los geht's

Spuren sammeln - Erinnerungen zeigen

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Einführung


Wie kann und wird die Geschichte der Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter*innen in Ostwestfalen-Lippe aufgearbeitet? Wie wird sichergestellt, dass die grausamen Spuren der NS-Verbrechen nicht verwischen und verschwinden? Wie können wir verhindern, dass wir nicht vergessen? Und wie können besonders Menschen mit eigener Vertreibungsgeschichte und Zuwanderungsbiografie am Diskurs beteiligt werden?

Im Rahmen von drei Workshops haben wir uns gemeinsam auf die Suche gemacht nach den Zeichen und Spuren vor Ort und nach den Erfahrungen und Erinnerungen in der eigenen Biografie. In dieser digitalen Ausstellung möchten wir Menschen unterschiedlicher Herkunft in Erinnerungsarbeit einbinden und ihre persönlichen Perspektiven einbringen.
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Die Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 – 1945 informiert umfassend sowohl über die lokalen Tätigkeiten der Schutzstaffel (SS) in Wewelsburg als auch über die allgemeine Geschichte der Schutzstaffel der NSDAP. Zugleich wird hier der Opfer der SS-Gewalt gedacht. Das Kreismuseum Wewelsburg in Büren und die Ausstellung „Ideologie und Terror der SS“ sind dabei lokaler Anknüpfungspunkt. Das Konzentrationslager Niederhagen ist ebenfalls ein Platz der Geschichte, der heute noch an die Gräueltaten erinnert.

Orte wie die Wewelsburg geben die Möglichkeit, Geschichte zu verstehen, die Verbrechen der Geschichte zu verarbeiten.
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Am 2. April 1945 wurde das Stammlager 326 (VI K) befreit. Sowjetische Kriegsgefangene stellen nach den europäischen Juden die zweitgrößte Opfergruppe der NS-Verbrechen dar. Doch ihre Schicksale – Inhaftierung, Zwangsarbeit und Ausbeutung bis in den Tod – bleiben in Erinnerungsdiskursen sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern häufig vergessen und unsichtbar. In der Senne entstand 1941 das auch als „Russenlager“ bekannte, damals größte deutsche Kriegsgefangenenlager. Hier erinnert heute die Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) an die systematisch betriebene Ausbeutung von Menschen.

Es ist wichtig, dass unsere Gesellschaft, Gedenkstätten schafft, die unsere Erinnerungskultur vor Ort verankert.
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Die Gesellschaft beruht darauf, dass ihre Menschen ein gemeinsames Gedächtnis schaffen. Ohne ein kollektives Gedächtnis, ohne das gemeinsame Erinnern habe wir keine Identität, keine Zugehörigkeit, können wir auch nicht Menschen sein, fehlt uns die Gemeinschaft. Gelebte und gezeigte Erinnerungen sind ein großer Schatz und eine wichtige Ressource. Erinnerungen können bereichernd, schön, oft auch traurig sein. Erinnerungen an die NS-Verbrechen können mahnend sein. Erinnerungen sind wichtig für die Gegenwart – sie können uns den Weg in die Zukunft weisen.

Wir brauchen den Austausch und den Diskurs. Wir brauchen Fragen, um zu erinnern.
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Frage 1

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Halina Melcher


"Die junge Generation braucht unsere Erinnerungen, denn ohne die Vergangenheit gibt es keine Zukunft. Und - wir müssen immer die ganze Wahrheit erzählen!"
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Olena Dubinska


"Wenn ich mich erinnere dann entstehen Melodien in meinem Kopf. Ich erinnere mich nicht in Bildern sondern in Tönen."



Das Klavierstück "Erinnerung" wurde von der Konzertpianistin selbst komponiert und für diese Ausstellung eingespielt.

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Frage 2

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Regina Jaromin


"Mein Vater war als Kriegsgefangener in einem Arbeitslager. Aber oft wird die Geschichte der Frauen nicht erzählt, die um das Überleben, auch ihrer Kinder, kämpfen mussten."
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Alla Trachtenberg

"Meine Mutter musste als 14-jähriges Kind zwangsweise auf Baumwollfeldern arbeiten. Von dieser Art der Zwangsarbeit hört man nicht oft"
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von Anna Schaf

Schweres Thema: Stalag
Man kann nicht so einfach sagen
Sehnsucht und Trauer im Leide.
Das sind tausende Leben durchlebt
Die das Leben nicht durchgelebt haben,
getötet, gefoltert
zum Opfer gefallen.
Faschismus und Krieg vereint,
am Himmel lila Wolken
Wir gehen mit Gruppe in die Baracken hinein,
Hier waren Gefangene früher
Was haben die Wände und Fenster gesehen?
Die Jahre machen´s dicht…
Nur der Geruch, was so schmerzte
Wir stehen besprenkelt mit der Vergangenheit
Der kluge Historiker, einer braucht eine Tablette,
der anderer macht im Handy eine Notiz
Los doch immer Generationen erinnern,
Man darf nie die Menschheit auf die Knie stellen,
Die Wahrheit muss sein!
Wir gehen raus, auf den Friedhof
gekniet in Kummer und Trauer
Vor den Gräber
Im Gebet für ALLE

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Frage 3

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Nina Ivanova

"Ich traf eine Frau, die mir von einer tragischen Liebesgeschichte erzählt hat. Ein russischer Offizier verliebte sich in eine deutsche Frau. Die Liebe war groß und sie wollten heiraten. Doch weil sie Deutsche war, war es dem Offizier verboten worden, sie weiter zu sehen, obwohl sie ein gemeinsames Kind hatten.

Sie mussten sich trennen, der Offizier wurde zurück nach Russland versetzt und wurde mit Gefangenschaft in einem Arbeitslager bestraft. Schließlich gründete er in seiner Heimat eine neue Familie.

Viele Jahre später sind seine Kinder nach Deutschland gefahren und haben sich mit dem Kind aus der verbotenen Liebesbeziehung getroffen. Sie haben Freundschaft geschlossen und tragen die Liebe ihrer Eltern nun weiter."

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von Konstantin Simonow

Wart auf mich, ich komm zurück,
Aber warte sehr.
Warte, wenn der Regen fällt
Gelb und trüb und schwer.
Warte, wenn der Schneesturm tobt,
Wenn der Sommer glüht.
Warte, wenn die andern längst,
Längst des Wartens müd –
Warte, wenn vom fernen Ort
Dich kein Brief erreicht,
Warte – bis auf Erden nichts
Deinem Warten gleicht.Wart auf mich, ich komm zurück!
Kalt und stolz hör zu.
Wenn der Besserwisser lehrt:
„Zwecklos wartest Du!“
Wenn die Freunde wartensmüd
Mich betrauern schon,
Trauernd sich ans Fenster setzt
Mutter, Bruder, Sohn,
Wenn sie mein gedenkend, dann
Trinken herbe Wein.
Du nur trink nicht – warte noch
Mutig, stark, allein.Wart auf mich, ich komm zurück!
Ja, – zum Trotz dem Tod,
Der mich hundert-, tausendfach
Tag und Nacht bedroht.
Für die Freiheit meines Lands
Rings umdröhnt, umblitzt,
Kämpfend fühl ich, wie im Kampf
Mich dein Warten schützt.
Was am Leben mich erhält;
Weißt nur Du und ich:
Daß Du, so wie niemand sonst
Warten kannst auf mich.

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Elena Chebeko


"Nur weil meine Familie deutscher Herkunft war wurden alle in ein Arbeitslager nach Sibirien verschleppt. Erst nach zwei Jahren hat die Familie wieder zusammengefunden."
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Viktor Bär


"Die Kinder der Wolga-Deutschen haben sich für ihre Herkunft geschämt."
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Regina Jaromin


Mein Vater war Deutscher und Pole, daher kam er aus der englischen Kriegsgefangenschaft frei. Er hätte auch in England bleiben können, er wollte aber zurück in seine Heimat, obwohl damals nicht klar war, was jemanden mit deutscher Herkunft dort erwartet.

Мой папа, польский немец, при освобождении из английского лагеря для военопленных, мог бы остаться в Англии, но он очень хотел верниться на Родину, хотя в то время он не знал, что с ним там может произойти.

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Frage 4

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Regina Jaromin


"Manchmal braucht es sehr viel Mut, sich wahrheitsgetreu zu erinnern. Manchmal erwartet die Politik nur "konforme" Erinnerungen."
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Olga Hollenbeck


"In Russland erinnert man sich sehr viel in und durch Gedichte und Musik."

"Junge Menschen müssen die Vergangenheit wahrheitsgetreu und schockierend offen vermittelt bekommen. Die Fehler der Vergangenheit dürfen sich nicht wiederholen."

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Elena Chebeko


"In Russland kommen Veteranen in die Schulen und erzählen aus der Kriegszeit. Erinnerungskultur sollte schon in der Grundschule stattfinden."
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Alla Trachtenberg


"Nachdem mein Vater in meiner Schule seine Erinnerungen vom Krieg erzählt hat habe ich ihn besser verstanden."

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Resümee





Anzhik Voskanyan

Ahron Voskanyan
Anatoliy Shlimak
Ernst Kellmann

"Wir leben auf einer Erde, atmen die gleiche Luft"

"Welche Schuld hat ein neugeborenes Kind,
das im Krieg stirbt?"
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...an die Seminar-Teilnehmer*innen und an alle die mitgeholfen haben, diese Ausstellung zu realisieren.
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Gedenkstätte Stalag 326
https://stalag326.de/

Gedenkstätte Wewelsburg
https://www.wewelsburg.de/de/gedenkstaette-1933-1945/


Verantwortlich für die Inhalte: 

Institut für Migrations- und Aussiedlerfragen Heimvolkshochschule St. Hedwigs-Haus e.V.
https://www.st-hedwigshaus.de/

Dieses Projekt wird durch die Stiftung EVZ gefördert. Diese Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung der Stiftung EVZ dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autor*innen die Verantwortung.

Stiftung "Erinnerung Verantwortung und Zukunft"
https://www.stiftung-evz.de/start.html
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